Vierfrucht-Joghurts im Glas

Was kommt bei Milchprodukten als nächstes?

Konsumenten sind zunehmend daran interessiert, welche Zutaten ihre Lebensmittel enthalten und wie sie hergestellt werden. Der Fokus liegt auf natürlichen Zutaten. Tatsächlich meiden 41% der Konsumenten in Italien, 35% in Frankreich, 33% in Deutschland und 25% in Spanien Lebensmittel und Getränke, die künstliche Zusatzstoffe/Konservierungsstoffe enthalten.1

Die Verbraucher wollen natürliche und minimal verarbeitete Lebensmittel, die sie für gesünder halten. Wussten Sie, dass 44% der deutschen Konsumenten zu unverarbeiteten Lebensmitteln greifen, um abzunehmen oder ihr Gewicht zu halten?2 Rein und unverarbeitet – das passt perfekt zu Milchprodukten, deren Zutatenliste in der Regel kurz ist und nur natürliche Zutaten enthält.

Erdbeere in einem Glas mit Erdbeerjoghurt

Die „neuen“ Vorteile  von Joghurt

Das aktive Interesse an Produkten mit Gesundheitsvorteilen wie Kalzium oder Probiotika wächst. Ebenso entdecken die Konsumenten wieder die positiven Aspekte der Fermentation, wenn sie traditionelle Verarbeitungstechniken mit stark verarbeiteten Lebensmitteln vergleichen.2 Ziehen Sie in Betracht, Ihre einfachen und traditionellen Verarbeitungstechniken und Ihren Anspruch auf Natürlichkeit zu kommunizieren. Möglicherweise können Sie attraktive neue Produktversprechen machen, ohne Ihre Rezepturen ändern zu müssen.

100% Clean Label-Logo

Was ist mit Clean Label geschehen?

Clean Label wächst und gedeiht. Laut einer neuen kanadischen Umfrage sind 45% der Konsumenten bereit, für Clean Label-Produkte einen Spitzenpreis zu zahlen. Paradoxerweise wissen 34% gar nicht, was „Clean Label“ bedeutet.3 Grund dafür ist, dass Clean Label keine definierte Bestimmung, sondern ein Status in der kollektiven Denkweise der Konsumenten ist. Was Farben angeht, sind färbende Lebensmittel in der allgemeinen Wahrnehmung Clean Label.

Die Grafik unten zeigt, dass die Milchindustrie in Europa vom Clean Label-Trend profitiert hat. Es werden mehr Produkte eingeführt, die färbende Lebensmittel enthalten, und es kommen weniger Produkte mit natürlichen Farben auf den Markt.

Grafik mit Daten zu Milchprodukten

Die Vergangenheit erlaubt keine Prognose der Zukunft, insbesondere bei einer Bewegung wie Clean Label. Mehr Aufmerksamkeit für die Gesundheit, die nicht vorhersagbare Natur globaler und sozialer Medien und anscheinend auch ganz zufällige Ereignisse können neue Energie in die Clean Label-Sache bringen.  Künftige Ereignisse, welche auch immer es sein mögen, werden die Wahrnehmung der Konsumenten beeinflussen und wahrscheinlich neue Nuancen in die Clean Label-Bewegung einbringen.3

Globale Ereignisse, die in den vergangenen Jahrzehnten Clean Label in das Bewusstsein gerückt haben:

  • 1960er – MSG mit gesundheitlichen Wirkungen in Verbindung gebracht
  • 1970er – Ängste bezüglich Sicherheit von Zutaten mit E-Nummern
  • 2007 – Southampton-Studie (Vereinigtes Königreich)
  • 2008 – Melamin-Skandale in China
  • 2015 – GVO-Debatte in den USA

Umsatz fördernde Produktversprechen

Sie können davon ausgehen, dass Clean Label ein ebenso positives, wie vages Attribut bleiben wird. Achten Sie darauf, Ihre spezifischen Produktversprechen  im Zusammenhang mit Clean Label zu kommunizieren. Unabhängig von Ihrer Stoßrichtung für das nächste neue Produkt oder eine neue Rezeptur sollten Sie nicht vergessen, dass das Produktversprechen „natürlich“ noch mehr Zugkraft hat, als „ohne künstliche ...“. Färbende Lebensmittel sind notwendig für alle anspruchsvolleren Marketing-Versprechen wie „wenig verarbeitet“, „traditionelle Methoden“ und „schonende Herstellung“. Sie finden, wie die Forschung zeigt, Anklang bei den Verbrauchern und können Ihre Marke von den anderen abheben.

Mintel: Ingredient Insight: Colors, Sep. 2016 
Mintel - Yogurts & Desserts  Global Annual Review 2016
Euromonitor Intl  2016 – Ethical Labels: The Clean Label Movement

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